"Der Sport lebt von Vielfalt, Respekt und Miteinander."
Interview „GEGEN Rechts!“ mit Ranim.

- 07.07.2025, 13:00
Die Interviewreihe "GEGEN Rechts!" behandelt immer wieder besondere Persönlichkeiten aus dem Basketball mit Migrationshintergrund.
Heute ist unsere Interviewpartnerin die 20-jährige Ranim aus Hannover, die momentan ein Auslandsjahr in den USA macht und dort ziemlich beschäftigt ist. Trotzdem hat sie sich die Zeit für das Interview genommen, was uns sehr freut.
Hallo Ranim, wie geht es Dir?
"Mir geht es gut! Ich genieße das warme Wetter und nutze jede Gelegenheit, um Basketball zu spielen, wenn ich die Zeit finde."
Stell´ Dich doch bitte einmal kurz vor und sag´ uns wie alt Du bist und wo Deine Wurzeln sind.
"Ich bin Ranim. Ich bin 20 Jahre alt, in Hannover geboren und aufgewachsen. Meine Eltern stammen ursprünglich aus Tunesien aber sind schon lange vor meiner Geburt nach Deutschland gezogen."
Was machst Du zurzeit? (Beruflich, Ehrenamtlich im Verein oder sonst)
"Zurzeit bin ich Au Pair in den Vereinigten Staaten, genauer in Nashville im Staat Tennessee. Ich lebe hier seit Februar und betreue die zwölfjährige Tochter einer amerikanischen Gastfamilie. Das Programm läuft ein Jahr und bietet mir die Möglichkeit, in die amerikanische Kultur einzutauchen, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und mich persönlich weiterzuentwickeln. Bevor ich in die Staaten zog, war ich Trainerin und Schiedsrichterin."
Wie bist Du zu dieser Aufgabe gekommen?
"Während meiner Schulzeit hat es mich immer ins Weite gezogen. Ich wollte schon immer reisen und die Welt sehen. Mein Interesse für Basketball und meine Erfahrung mit Kindern waren zum Schluss ausschlaggebend für meine Entscheidung, wo und was ich für mein Auslandsjahr machen werde."
Treibst Du aktiv Sport und wenn ja, welche Sportarten sind dabei?
"Neben dem Basketball tanze ich sehr gerne. In Nashville sind Tanzrichtungen wie Swing-Dancing und Line-Dancing sehr verbreitet - eine tolle Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und Teil der lokalen Kultur zu werden."
Fühlst Du Dich integriert in der Stadt / dem Ort, wo Du lebst bzw. generell in Deutschland?
"Ich fühle mich sehr wohl in Hannover. Ich habe das Glück gehabt, durch den Sport eine großartige Community kennenzulernen. Ich habe super Schiedsrichter und Trainer als Kolleginnen und Kollegen, habe tolle Freunde und finde immer gut Anschluss."
Bist Du schon einmal mit Diskriminierung oder Fremdenfeindlichkeit konfrontiert worden?
"Durch meine Zeit im Basketball habe ich viele positive Erfahrungen gemacht - aber auch schwierige. Diskriminierung ist ein Thema, das leider auch im Sport vorkommt. Als Schiedsrichterin ist es normal, dass nicht jede Entscheidung auf Zustimmung trifft - damit kann ich gut umgehen. Aber es gibt Grenzen. Beleidigungen und diskriminierende Äußerungen haben im Sport keinen Platz."
Wenn ja, magst Du ein wenig davon erzählen und wie Du ggf. darauf reagiert hast?
"Bei einem Spiel wurde ich - wie ich später erfuhr - mit diskriminierenden Begriffen beschimpft. Ich selbst bekam es im Spiel nicht mit, aber ein Mitspieler des Betroffenen kam nach dem Spiel auf mich zu, schilderte die Situation und entschuldigte sich. Ich habe den Vorfall gemeldet und mir wurde versichert, dass er ernst genommen wird. Solche Erfahrungen sind enttäuschend und können demotivieren. Doch es sind die Menschen, die Haltung zeigen und nicht wegsehen, die mir Mut machen, weiterzumachen, als Schiedsrichterin, Trainerin und aktive Spielerin.
Mir ist persönlich besonders wichtig, dass Basketball für alle ein sicherer und offener Raum ist. Unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Hintergrund. Der Sport lebt von Vielfalt, Respekt und Miteinander."
Starke Worte, Ranim! Vielen Dank für Deine Offenheit und die Zeit, die Du Dir für das Interview genommen hast. Wir bedanken uns und wünschen Dir für Deine Zukunft alles Gute.




