Bericht des Vizepräsident 2
Spielbetrieb im Wandel: Wachstum, Reformen und neue Herausforderungen.

- 08.05.2026, 15:00
Nachfolgend der Bericht von Jörg Meyer aus dem Berichtsheft zum Verbandstag 2026.
Das ganze Berichtsheft ist unter "Verbandstag 2026" zu lesen.
Im Zeitraum seit September 2024, als der letzte Verbandstag in Bremen stattfand, hat sich auf der sportlichen Ebene in den Bereichen Sportorganisation, 3x3-Basketball und Minibasketball, die durch mich repräsentiert werden, viel getan. Vorweg möchte ich anmerken, dass es zwar vielerlei Fortschritte gegeben hat, in manchen Bereichen jedoch auch Stillstand, der bekanntlich Rückschritt bedeutet und eine ungünstige Entwicklung im Bereich der Sportdisziplin darstellt.
Spielbetrieb
Im Bereich des Spielbetriebs können wir erfreulicherweise auf eine stark gestiegene Anzahl von Mannschaften blicken. Viele Vereine leisten hier sehr gute Arbeit und können den Schwung, den Basketball durch die Erfolge der Nationalmannschaften in den letzten Jahren gewonnen hat, in steigende Teilnehmerzahlen im Training und Spielbetrieb umsetzen.
Oftmals sind jedoch bereits Kapazitätsgrenzen erreicht, und fehlende Hallenzeiten sowie fehlende Trainer begrenzen das weitere Wachstum. In einigen ländlichen Regionen kann dieser Schwung noch nicht ausreichend genutzt werden. Häufig sind dort einzelne Engagierte auf sich allein gestellt, sodass das Basketballangebot stark von ihnen abhängt. Hier gilt es, in den kommenden Jahren tragfähige Konzepte zu entwickeln, um Basketball auch in ländlichen Regionen des Verbandsgebiets weiter auszubauen.
Einen deutlich geringeren Aufschwung als im männlichen Bereich verzeichnet der weibliche Bereich. Hier stagnieren die Zahlen weitgehend, lediglich einige wenige Leuchttürme stechen hervor. Es muss Aufgabe der kommenden Periode sein, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um die Zahl der Spielerinnen, der Mannschaften sowie der Vereine, die Mädchen- und Frauenbasketball anbieten, zu erhöhen.
Nicht nur, um der steigenden Anzahl von Mannschaften gerecht zu werden, sondern auch um den Teams und Spielerinnen und Spielern mehr Wettbewerb auf Augenhöhe zu ermöglichen, wurden sowohl im weiblichen als auch im männlichen Bereich Reformen der Ligen vorgenommen oder sind für die kommende Saison geplant. Ziel ist es, durch einen besseren und intensiveren Wettbewerb in den höchsten Ligen die Leistungsfähigkeit der Teams zu steigern, um auch bei weiterführenden Wettbewerben über die Verbandsgrenzen hinweg wieder bessere Platzierungen zu erreichen.
Eine Verbesserung des Wettbewerbs auf Verbandsebene ist auch deshalb wichtig, weil nur durch regelmäßigen hochwertigen Wettbewerb unsere Kaderspielerinnen und -spieler die Chance haben, sich so zu entwickeln, dass die nächste Frieda Bühner oder der nächste Dennis Schröder aus Niedersachsen kommen kann.
Mit der Einführung des Projekts zum rollierenden Sichttag in den unteren Altersklassen zur Saison 2025/2026 wurde durch den Sportausschuss ein weiteres Puzzlestück zur Verbesserung der Nachwuchsförderung im Breitensportbereich auf den Weg gebracht. Wichtig war dabei sowie auch bei der Ligenreform die Beteiligung vieler Vereinsvertreter sowohl an der Gestaltung als auch an der Evaluierung der Projekte. So können auf Basis von Rückmeldungen aus den Vereinen Anpassungen vorgenommen und Fehler oder Unstimmigkeiten für die Zukunft vermieden werden.
Mit der Einführung eines für alle spielenden Seniorenmannschaften verpflichtenden Pokalwettbewerbs erhoffen wir uns, diesen in den letzten Jahren etwas vernachlässigten Wettbewerb neu zu beleben. Der Testlauf in der Saison 2026/2027 wird zeigen, ob das entwickelte Modell tragfähig ist. Viele Mannschaften werden so auch gegen Teams spielen, denen sie im regulären Spielbetrieb sonst nicht begegnen.
Eine weitere Aufgabe für die Zukunft ist die weitere Anpassung des Spielbetriebs in den einzelnen Regionen, ohne deren Eigenarten oder Traditionen zu vernachlässigen. Zusammen mit weiteren Konzepten zur Förderung des Basketballs sollen so auch niedrigschwellige Angebote geschaffen werden.
Eine negative Entwicklung der letzten Jahre ist die Zunahme von Verstößen gegen die Sportdisziplin. Nicht nur die Anzahl der Verstöße, sondern auch deren Schwere nimmt zu. Es scheint, als ob der allgemeine Rückgang von gegenseitigem Verständnis und Rücksichtnahme sowie Veränderungen im sozialen Verhalten auch Auswirkungen auf unseren Sport haben.
Eine Aufgabe der kommenden Jahre muss es sein, hier mit Kampagnen und Maßnahmen gegenzusteuern, um den Sport wieder respektvoller und fairer zu gestalten.
3x3-Basketball
Im Bereich 3x3 ist die Entwicklung leider noch nicht so, wie erhofft und gewünscht. Zwar finden vielerorts in der Off-Season Turniere und Veranstaltungen statt, eine nachhaltige Etablierung der Disziplin im regulären Spielbetrieb ist jedoch noch nicht gelungen.
Zur Saison 2026/2027 wird erstmals eine weibliche U18-3x3-Liga ausgeschrieben, die als Pilotprojekt regional und verbandsweit das Interesse an einer solchen Liga ermitteln soll. Insgesamt besteht in der weiteren Etablierung dieser Disziplin noch erhebliches Entwicklungspotenzial.
Minibasketball
Im Minibasketball wurden in den letzten Jahren vermehrt Schulungen zur Erlangung des Minitrainer-Zertifikats durchgeführt. Diese sollen dazu beitragen, den Bedürfnissen im Minibasketball besser gerecht zu werden.
Darüber hinaus müssen wir, um mehr Kinder für Basketball zu gewinnen, auch im Zusammenhang mit der Freiburger Erklärung sowie der Entwicklung hin zu rund 15.000 Grundschulen und der flächendeckenden Einführung der Ganztagsgrundschule weitere Maßnahmen entwickeln. Innerhalb der nächsten Monate soll gemeinsam mit den Vereinen ein Konzept erarbeitet werden, wie dieser Bereich im Verbandsgebiet weiter gefördert und ausgebaut werden kann.
Abschließend möchte ich mich bei allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern für die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Ihr Einsatz ist nicht hoch genug zu würdigen.
Gleichzeitig möchte ich alle Interessierten aufrufen, sich weiterhin aktiv einzubringen, damit sich der Basketball in Bremen und Niedersachsen positiv weiterentwickeln kann.
Mit sportlichen Grüßen
Jörg Meyer





