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Sopron, 26.11.2018

NBV-Schiedsrichter Pütter pfeift beim Champions Cup in Sopron

Vom 7. bis zum 14. November 2018 hatte ich die Gelegenheit, bei einem besonderen Turnier als Schiedsrichter teilzunehmen. Zum siebten Mal richtete der Basketballverein der ungarischen Stadt Sopron ein Turnier für die jeweiligen Landessieger in der Altersklasse U16 weiblich für Teams aus ganz Europa aus. Da die U14 des BBC Osnabrück dieses Jahr die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte, wurden sie eingeladen an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Bedingung dafür war jedoch, einen Schiedsrichter mitzubringen, der dort pfeifen würde.

Ich wurde daraufhin gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Aufgabe als Schiedsrichter zu übernehmen. Nach kurzer Überlegung war ich dann für die Idee gewonnen und brach am 7. November zusammen mit dem Team aus Osnabrück nach Ungarn auf.


Von Beginn an merkte ich, dass dort ein anderer Wind wehte als beispielsweise in der WNBL. Die anderen Teams kamen aus Russland, Ungarn, Slowenien, Italien, Kroatien und Lettland. Das Spiel hatte eine andere Qualität. Schon bald merkte ich, dass die Spielweise und dadurch auch die Anforderungen für mich als Schiedsrichter ganz andere sind, als ich es bisher gewohnt war.


Gepfiffen wurde mit der 3-Mann-Technik, was mir zuerst ein wenig Sorgen bereitete, weil ich in der Form noch nie in ein Spiel gegangen bin. Diese Sorgen lösten sich aber nach den ersten Minuten in Luft auf und machten Platz für die Freude an den hochklassigen Spielen. Es wurde physisch, athletisch und trotz aller Intensität sehr fair gespielt, so dass die Schiedsrichter nur selten eingreifen mussten. Unser Hauptfokus als Spielbegleiter lag darin, den Spielerinnen möglichst viel Spielfluss zu ermöglichen und so wenig Zeit wie möglich an der Freiwurflinie verbringen zu müssen.

 

Zu den größten Herausforderungen neben der reinen Schiedsrichtertechnik gehörte die Anpassung an das Spielniveau. Aus Deutschland war ich eine deutlich kleinlichere Linie gewohnt, die aber bei diesem Turnier sehr deplatziert gewesen wäre. Deshalb musste ich mich sehr konzentrieren, trotz des körperlichen Spiels noch mehr als sonst den Vorteil bzw. den Nachteil bei den Kontakten abzuwägen, was häufig dazu führte, dass die Spielerinnen einfach mal spielen gelassen wurden. Schöne Spielzüge, schnelle Fastbreaks und spektakuläre Blocks waren die Folge, was allen Beteiligten deutlich Spaß beim Spielen und auch beim Zuschauen gemacht hat.

Neben dem Basketball ging es aber bei so einem internationalen Turnier auch um das Knüpfen von Kontakten und Austauschen von Erfahrungen. Gerade mit den anderen Schiedsrichtern vor Ort verstand ich mich sehr gut. Es waren Schiedsrichter*innen aus Lettland, Slowenien, Kroatien, Italien und natürlich Ungarn dabei. Diejenigen aus dem Ausland waren wie ich junge, aufstrebende Schiedsrichter mit wenig Erfahrung im internationalen Basketball. Die ungarischen Kollegen*innen jedoch waren alle in der nationalen 1. Liga aktiv; zwei von ihnen waren sogar ehemalige FIBA-Schiedsrichter.

 

Trotz des doch großen Unterschieds an Erfahrung und Alter war es eine sehr angenehme Gruppe, in der jeder willkommen war und sich niemand eingeschüchtert fühlen musste. Gerade als junger Schiedsrichter. Am Freitagabend kamen wir noch auf eine gemütliche Runde in der örtlichen Bowlingbahn zusammen, wobei viel erzählt und gelacht wurde. Die Beziehungen, die dort geknüpft wurden, zahlten sich auch noch an den folgenden Tagen auf dem Feld aus, weil sich nun einfach alle besser kannten und mehr vertrauten.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Turnier in Sopron für mich eine sehr wertvolle Erfahrung war, von der ich noch in den kommenden Monaten zehren kann. Es war meine erste Schiedsrichtererfahrung außerhalb Deutschlands und erst recht auf diesem hohen Niveau im Mädchenbasketball. Neben den intensiven Spielen haben mich auch die Unterhaltungen mit den anderen Schiedsrichter*innen weitergebracht.


Alles in allem war es eine sehr lehrreiche und auch anstrengende Woche, die mich menschlich und sportlich einen großen Schritt weitergebracht hat.

 

Johannes Pütter


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