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Hannover, 21.3.2018

Juliane Höhne im Gespräch mit dem NBV

Nach einer von ihr geleiteten Trainingseinheit stand uns die Trainerin der 1. Damen von Eintracht Braunschweig, Juliane Höhne, Rede und Antwort. Sie äußerte sich zu verschiedenen Themen wie die Unterschiede zwischen Damen- und Herrenbasketball oder wo sie Verbesserungspotenzial in Deutschland im Basketball sehe. Die gebürtige Hallenserin spielte in ihrer aktiven Laufbahn neben der 1. Damen-Basketball-Bundesliga erfolgreich in Belgien, Frankreich, Italien und den USA.

 

Höhne wurde durch ihre Eltern für den Basketball begeistert und begann, auch beeinflusst durch ihr frühes Wachstum, mit zehn Jahren Basketball zu spielen. Schon während ihrer College-Zeit in der NCAA sammelte sie Erfahrungen als Trainerin, so dass sie durch diverse Leute und ihren damaligen Trainer ermutigt wurde später selbst einmal dieses Amt zu bekleiden. Höhnes Wunsch für den Basketball in Deutschland sei ein System, das dem College-System in den USA ähnele, da dies den Basketballerinnen und Basketballern sowohl eine schulische Grundlage, als auch ein kostenfreies Basketballtraining ermögliche.

 

Nach ihrer Ansicht sei dies eines der Hauptprobleme, warum hierzulande verhältnismäßig wenige Jugendliche Basketball spielen. Die Vereinbarkeit von Sport und Schule stelle ihrer Meinung nach eine große Hürde dar, die es in der Zukunft zu meistern gelte. Eine mögliche Lösung sei laut Höhne die frühzeitige Förderung von Spielerinnen und Spielern im Basketball. Verbesserungsbedarf sehe sie zudem in der Professionalisierung von Damen im Trainerbereich, da Männer in diesem Bereich einen deutlichen Vorsprung besäßen. Dieser Unterschied bestehe nach Höhnes Ansicht z.B. durch die Tatsache, dass es mehr Trainerinnen als Trainer gäbe, die nicht erfolgsorientiert arbeiten oder dass der DBB verstärkt Männer fördere. 

 

Unter Professionalisierung verstehe sie konkret mehr hauptamtliche Trainerinnen und Jugendtrainerinnen zu engagieren, um Aufgaben gerecht und sinnvoll verteilen zu können und somit gerade den Jugendspielerinnen und Jugendspielern mehr Ausbildungsmöglichkeiten zu ermöglichen.

 

Den Job als Trainerin oder Trainer sehe Höhne als schwierig an, da viele Faktoren zusammenkämen wie unregelmäßige Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, soziale Arbeit, Probleme von Spielerinnen und Spielern abseits des Feldes.

 

Die Faszination am Basketball sei für Höhne die Tatsache, dass jeder alles spielen können müsse (sprich Angriff und Verteidigung) und fehlende physische Fähigkeiten mit dem Verständnis zum Spiel, Stichwort Basketball-IQ, ausgeglichen werden könne. Höhne sieht im Basketball, wie auch in vielen anderen Sportarten, die Möglichkeit Brücken zu bauen und durch Trainingscamps mit Kindern aus verschiedenen Nationalitäten die Integration in der Gesellschaft zu verbessern.

 

Höhne hat sich, nach ihrer Trainertätigkeit in Osnabrück, in Braunschweig engagiert, da sie in Braunschweig die Möglichkeit gesehen hat mit vielen jungen Spielerinnen in der 2. DBBL zu arbeiten. Sie habe an sich selbst den Anspruch, dass sie versuche jede Spielerin zu fördern, weiterzuentwickeln und nach der Saison besser gemacht zu haben. Ihr mache es Spaß ihre Spielerinnen taktisch und technisch zu verbessern.

 

Auf die Frage zu ihrer Meinung hinsichtlich der deutschen Damen-nationalmannschaft antwortete Höhne, dass der Umschwung der Generationen ihrer Meinung nach zu schnell stattgefunden habe und man die Verjüngung der Mannschaft eher langsam und kontinuierlich und nicht radikal umsetzen solle. Dies sei beim Länderspiel gegen Frankreich aufgefallen, wo nur zwei Spielerinnen leistungstechnisch mithalten konnten.

 

Bezüglich der Strukturierung des Damen-Basketballs in Deutschland nimmt sie den DBB in die Pflicht, der ihrer Meinung nach mehr in die Damen investieren solle, da es nicht sein könne, dass Länder wie Bulgarien mehr finanzielle Möglichkeiten besäßen um ihre Nationalmannschaft zu fördern und konkurrenzfähig zu halten.

 

In der Jugendarbeit sieht sie viel Potenzial, da junge Spielerinnen wie Nyara Sabally vielversprechende Leistungen zeigen und die Zukunft der Nationalmannschaft bilden werden.

 

Zum NBV sagte sie abschließend, dass sie viele Projekte, wie z.B. die Grundschulligen, sehr gut finde und sich erhoffe, dass Kommunikation und Strukturen sich weiter verbessern und Konzepte sich weiterentwickeln, um viele deutsche Spielerinnen und Spieler bestmöglich zu entwickeln.


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