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Hannover, 19.2.2018

Unser BFD'ler berichtet...

Zur Hälfte des Bundesfreiwlligendienstes hat sich unser Social Media Experte Florian mit unserem BFD'ler Lennart ein wenig über die Eindrücke in diesen sechs Monaten unterhalten.

 

Frage: Warum bist du hier beim NBV?

 

Antwort: Es gibt das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Ich mache letzteres. Beim FSJ geht man meistens an Schulen und arbeitet generell eher mit Kindern zusammen, beim BFD hat man diesen direkten Kontakt im Normalfall nicht. Aber ich habe insgesamt breitere Möglichkeiten, z.B. bei den Seminartagen. Ich habe 25 Seminartage als BFD’ler, FSJ’ler haben nur 20. Da sind bei mir noch politische Bildungstage mit im Programm, wo Themen wie Integration durch Sport gesondert behandelt werden. Das gefällt mir sehr gut.

 

Frage: Warum hast du dich für den BFD entschieden?

 

Antwort: Ich wollte nach der Schule erstmal ein Jahr Pause machen und mich orientieren. Und ich möchte nicht direkt wieder auf der Schulbank in der Uni sitzen. Ich hatte vier Monate frei, aber der Gedanke was ich genau machen möchte, war nicht eindeutig formuliert. Die Herausbildung meiner Interessen und meiner Persönlichkeit steht bei dem BFD jetzt im Vordergrund. Einige Gedanken zur Zukunft habe ich, aber ich nutze diese Zeit jetzt vor allem für die eigene Entwicklung.

 

Frage: Und für dich war immer klar, dass du das BFD irgendwie im Sportbereich absolvieren wolltest? Wie bist du dann auf den NBV gekommen bzw. wie und wo hast du nach Stellenausschreibungen gesucht?

 

Antwort: Ja genau, der Wunsch nach einem sportlichen Umfeld war von Anfang an vorhanden. Ich habe dann ganz klassisch bei Google nach „FSJ“ und „Sport“ gesucht und habe dann mit Fokus auf Hannover als Einsatzort gesucht. Ein Gespräch hatte ich auch beim Handballverband, weil ich selber aktiver Handballer bin. Das Gespräch war aber kein gutes und ich hatte sofort ein schlechtes Gefühl. Darum habe ich dort dann auch abgesagt. Nachdem ich noch bei mehreren Schulen zum Gespräch war wurde mir klar, dass ich keine große Lust auf die Kinderbetreuung habe. Die Ausschreibung vom NBV habe ich dann zufällig im Internet gefunden. Basketball gefällt mir, habe ich gedacht. Verbandsarbeit hat mich auch schon immer mal interessiert, besonders Bereiche wie die Bereitstellung von Spielerpässen oder Sonderteilnahmeberechtigungen, mit denen man in höheren Mannschaften aushelfen kann, sind dabei für mich sehr spannend. Im Handball habe ich es oft erlebt, dass Bereitstellungen von Pässen ewig dauern und dem Phänomen wollte ich gerne mal auf den Grund gehen.

 

Frage: Wie lief das Bewerbungsverfahren beim NBV?

 

Antwort: Ich habe mich mit meinen Unterlagen beworben und bin dann zum persönlichen Gespräch eingeladen worden. Dort hatte ich direkt Kontakt mit Danny Traupe, meinem Chef hier beim NBV und war sofort sehr angetan von seiner sympathischen, lockeren Art und seiner Arbeitseinstellung und -vorstellung. Insgesamt lief die Kommunikation sehr gut und ich merkte schnell, dass ich hier sehr gerne arbeiten wollen würde.. Dann kam die Zusage von Danny und am 1.8.2017 habe ich hier begonnen.

 

Frage: Wie war dein erster Tag? Hattest du Erwartungen oder vielleicht auch Ängste?

 

Antwort: [überlegt] Erwartungen hatte ich, ehrlich gesagt, keine, weil ich überhaupt keine Ahnung von meinen Aufgabengebieten hatte. Und ich auch nicht wusste, was man jetzt konkret von mir erwartet. Aber das hat sich alles schnell geklärt. Der Einstieg war rückblickend betrachtet eigentlich ganz lustig, weil ich auf dem NBV-Verbandstag im Juli Sven Ehrich kennengelernt habe. Ich war dort eingeladen, um schon vor meinem offiziellen Beginn einen ersten Eindruck vom NBV bekommen zu können und um die ersten Kontakte zu knüpfen. Sven wurde dort zum Vizepräsidenten für Finanzen gewählt und wir hatten beide praktisch am 1.8. den ersten offiziellen Tag im NBV. So entstand direkt eine gute Verbindung und ich empfand den Start als sehr positiv. Am Starttag haben wir ganz entspannt mit einem gemeinsamen Frühstück und einer ausführlichen Vorstellungsrunde begonnen und mir wurden meine Aufgabenbereiche mitgeteilt. Ich durfte auch selber Wünsche formulieren. Danach habe ich mit Svenja (Svenja Alms, ehemalige FSJ’lerin beim NBV. Anm. d. Verf.) am PC gesessen und eine tolle Einführung von ihr bekommen. Sie wies mich u.a. in die sozialen Netzwerke des NBV ein und gab mir viele hilfreiche Tipps rund um meine Aufgaben und die internen Abläufe in der Geschäftsstelle.

 

Frage: Was sind deine Aufgaben hier im NBV?

 

Antwort: Ich bin hauptsächlich für die Grundschulliga und ihre Durchführung verantwortlich. Ich stehe im Kontakt mit den Schulen und den Bezirken im NBV. Ich sorge für den reibungslosen Ablauf der Liga und bewerbe alle Informationen dazu auch in den sozialen Netzwerken und auf der Homepage. Die generelle Social Media Arbeit ist ein weiterer Bereich meiner täglichen Arbeit. Ich pflege Content auf den Kanälen ein und analysiere z.B. die Reichweiten der Posts. Allgemeine Verwaltungstätigkeiten fallen ebenfalls in mein Aufgabengebiet. Hier stelle ich beispielsweise Trainerlizenzen aus, kümmere mich um Sonderteilnahmeberechtigungen oder pflege die Daten im Intranet.

 

Frage: Magst du einen Teil deiner Arbeit besonders gerne?

 

Antwort: Die Grundschulliga fand ich am Anfang relativ uninteressant, aber inzwischen habe ich einen tieferen Einblick in die Materie bekommen und bin ganz begeistert von diesem tollen und wichtigen Projekt. Das Konzept, dass man Kinder in der Schule anspricht und sie so zum Sport im Verein bringt, finde ich sehr wichtig und trage gerne meinen Teil dazu bei. Ansonsten gefällt mir die Arbeit mit den sozialen Netzwerken gut. Ich mache viel bei Instagram und finde es spannend zu sehen, wie sich die Reichweite der Posts verbessert hat und immer mehr Leute mit uns interagieren.

 

Frage: Und worauf hast du keine Lust?

 

Antwort: [lacht] Kleine Aufgaben zwischendurch sind meist nicht so spannend. Im Nebenraum steht noch eine Tüte mit Ansteckern, die gezählt werden müssen. Und ich weiß genau, wer die zählen darf. Da könnte ich gerne drauf verzichten.

 

Frage: Würdest du heute sagen, dass dir das erste halbe Jahr im NBV gut gefallen hat?

 

Antwort: Auf jeden Fall. Gerade meine persönliche Entwicklung ist, glaube ich, ganz positiv. Ich bin in erster Linie zuverlässiger geworden bei der Bearbeitung von Aufgaben. Die Arbeit im Team, aber auch immer wieder die eigenständige Aktivität im Wechsel dazu, gefällt mir gut und ich habe viele positive Seiten als Teamsportler kennengelernt. Denn dieser Zusammenhalt wird hier wirklich gelebt und jeder hilft dem anderen, wo er kann. Und wenn jetzt Danny pausiert, dann wird meine Verantwortung sicher noch größer werden und darauf freue ich mich, weil ich sie bestimmt gut meistern werde.

 

Frage:  Zwei kurze Ja-Nein Antworten. Würdest du Interessierten und jungen Leuten ein FSJ oder den BFD empfehlen?

 

Antwort: Ja! Mit Nachdruck!

 

Frage: Würdest du es ihnen auch hier beim NBV empfehlen?

 

Antwort: Ja, eindeutig!

 

Frage: Nochmal Thema NBV. Wie sind deine Eindrücke vom Verband, was gefällt dir gut und was möglicherweise auch nicht so gut?

 

Antwort: Ich fange mal mit dem Negativen an, weil das schnell geht. Teilweise gefällt mir die Kommunikation nicht so gut. Hier wird mitunter sehr stockend und unklar gesagt, wer beispielsweise der richtige Ansprechpartner für mich ist. Aber da haben wir dran gearbeitet. Das ist gleichzeitig auch ein positiver Punkt: Nicht ganz stimmige Abläufe werden meist angesprochen und man sucht gemeinsam nach einer Lösung. Richtig gut gefällt mir auch das frische und innovative Denken hier im Verband. Ideen zum Marketing und zum Projektmanagement werden immer gerne gehört und aufgenommen. Jeder darf dazu etwas sagen. Die Idee von Danny im Bereich e-Sports mehr zu machen, ist ein tolles Beispiel dafür, dass zukunftsträchtige Projekte ernsthaft diskutiert und akzeptiert werden. Als Konsolenspieler ist dieses Thema auch für mich wirklich spannend.

 

Frage: Stichwort Akzeptanz. Das ist ja gerade als Berufseinsteiger oder Praktikant ein großes Thema. Würdest du sagen, dass du hier ein vollwertiges Mitglied im Team bist?

 

Antwort: Absolut. Klar, bei so Geschichten wie mit dem Zählen der Anstecker, weiß man, dass es Personen gibt, die über die in der Rangordnung stehen, aber das ist keine wirklich hierarchische Struktur. Und das hat für mich auch nichts mit genereller Akzeptanz zu tun, denn die ist immer vorhanden. Mir wird viel Freiraum gegeben und auch Vertrauen entgegengebracht. Respekt ist hier ein ganz wichtiger Punkt und wenn Absprachen klar kommuniziert werden, dann gibt es hier keine Probleme. Ich glaube, dass wir als Sportler diese Fairness und den Teamgedanken häufig ganz tief in uns haben und das macht die tägliche Arbeit sehr einfach. Was ich sehr schätze neben dem Respekt ist die Dankbarkeit, die mir entgegengebracht wird. Darum bin ich wirklich sehr gerne hier [breites Lachen].

 

Frage: Lass uns nochmal über den Basketball als Sportart im Allgemeinen sprechen. Was fasziniert dich als Handballer so an dem Sport mit dem orangenen Ball?

 

Antwort: Die Show. Beim Handball gibt’s z.B. auch ein Allstar Game mit einem Trickwurfcontest, aber die generelle Aufmachung desselben Events beim Basketball und eines Bundesliga Spiels im Basketball ist einfach professioneller und attraktiver. Hier ist insbesondere mehr Athletik als im Handball vorhanden. Der Basketball ist, meiner Meinung nach, allerdings in der Breite nicht so leistungsstark wie der Handballsport. Dort spielt der 15. der Bundesliga beispielsweise so stark wie eine Top-Mannschaft aus Frankreich. Da ist die Leistungsdichte in Deutschland einfach beeindruckend. In den unteren Ligen nimmt das natürlich ab, aber hier geht es um eher körperliche Fähigkeiten und nicht so sehr um das technische Können der Spieler. In dem Bereich sind nämlich alle Spieler sehr gut ausgebildet. Und dieses Gefühl habe ich beim Basketball nur bedingt.

 

Frage: Wie schätzt du die Entwicklung des Basketballs in Deutschland und speziell in Niedersachsen ein?

 

Antwort: Ich sehe die Sportart auf einem guten Weg. In ganz Niedersachsen begegnen mir so viele tolle Projekte und das Engagement der Beteiligten ist einfach groß. Göttingen beispielsweise ist jetzt Leistungsstützpunkt, das ist eine tolle Sache für den niedersächsischen Basketball, um die Breite von der ich gerade beim Handball gesprochen habe weiter zu fördern. Der Aufschwung ist also klar erkennbar. Ob die Prognose 2020 der Basketball Bundesliga so umsetzbar ist, weiß ich nicht, aber der positive Trend ist eindeutig sichtbar. Kleinere Vereine werden sicher stärker werden. Ich habe vor kurzem das Bundesligaspiel Jena gegen Berlin gesehen und Jena war in der ersten Halbzeit absolut ebenbürtig. Darauf kann man in Zukunft sicher aufbauen.

 

Frage: Wie geht es jetzt bei dir weiter nach dem BFD?

 

Antwort: Ich werde in Hamburg und Alfeld ein duales Studium im Gesundheitsmanagement beginnen. Journalismus und Marketing hätten mich auch gereizt, aber auch im Zusammenspiel mit meiner Trainerausbildung und dem dort gesetzten Fokus auf Fitness und Gesundheit im Breitensport während des BFD passt das andere einfach besser. Das Thema finde ich wirklich geil! Der Ausbildungsteil meines Studiums findet in einem Gesundheitsstudio statt, wo wirklich Wert auf Kraftaufbau, gerade im Hinblick auf das Alter, gelegt wird. Dieses Berufsfeld sehe ich als sehr zukunftsträchtig an und möchte hier gerne eine spannende Tätigkeit finden.

 

Frage: Und die letzte Frage: Wie beschreibst du dein BFD in maximal drei Worten?

 

Antwort: Locker, entspannt, fordernd.

 

Frage: Vielen Dank für das Gespräch und dir alles Gute für die Zukunft.

 

Text: Florian Zweigle


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