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Hannover, 19.1.2018

Erfolgreiche ALLSTAR Premiere in Göttingen

Allstar Game Premiere in Göttingen erfolgreich

 

Der easyCredit Basketball Bundesliga Allstar Day am vergangen Samstag, 13. Januar 2018 in der Göttinger Lokhalle war ein voller Erfolg und brachte allen Beteiligten viel Freude und unvergessliche Erlebnisse. Der NBV war vor Ort und nutzte die Möglichkeit, um mit den Verantwortlichen zu sprechen.

 

Neben dem Dreier Contest, den Maodo Lo von Brose Bamberg gewann, dem NBBL Allstar Game der besten Nachwuchsbasketballer und dem Legenden Dreier Contest, den der ehemalige Nationalspieler Sebastian Machowski durch einen spektakulären Treffer von der Mittellinie für sich entschied, gab es auch den Dunking Contest. Hier flogen die Athleten durch die Lüfte und begeisterten das Publikum in der südniedersächsischen Universitätsstadt. Am Ende siegte verdientermaßen Jamar Abrams von den Gießen 46ers. Mit dem abschließenden Allstar Game, bei dem die besten „Internationals“ gegen die „Nationals“ antraten, wurde der Tag passend beendet. Der US-Amerikaner Peyton Siva von ALBA Berlin führte im letzten Viertel sein Team zum 145:132 Sieg und wurde dafür mit dem Titel des MVP ausgezeichnet. Alle Spieler nutzen die freundschaftliche Atmosphäre, um den Basketballsport würdig zu präsentieren und um die Nähe zu den Fans zu suchen. Autogrammstunden und Fotomöglichkeiten erlaubten den Besuchern den direkten Kontakt zu ihren Lieblingen.

 

NBV sucht direktes Gespräch mit Verantwortlichen

Wir haben diese tolle Möglichkeit natürlich genutzt, um den NBV zu repräsentieren, Kontakte zu pflegen und den Dialog mit Verantwortlichen, Nachwuchstrainern und Spielern gesucht, um zu erfahren, wie der NBV wahrgenommen wird und wo wir möglicherweise noch Nachhilfe in der Entwicklung der Sportart leisten können. Bei der Kinder+Sport Basketball Academy sprachen wir mit Andreas Scheede, der für die BG Göttingen als Jugendtrainer arbeitet und mit der Veranstaltungsreihe junge Menschen für den Basketballsport begeistern will. Er lobte die generelle Entwicklung der Sportart und hob die Bedeutung eines Landesverbandes für die ortsübergreifende Vernetzung hervor. Gleichzeitig sprach er aber auch von der Schwierigkeit, neue Trainer für den Nachwuchsbereich zu gewinnen. Damit schloss er an unser Gespräch mit den Jugendtrainern Pascal aus Bremerhaven und Jan aus Braunschweig an. Die beiden betonten, wie viel Spaß ihnen die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen macht und wie wertvoll die Academy mit ihrer öffentlichen Wahrnehmung für ihre Arbeit ist. Sorgen bereitet ihnen der kontinuierliche Verlust von Nachwuchssportlern und -trainern und teilweise das Wegbrechen ganzer Basketballabteilungen in den Vereinen, weil nicht genügend Ressourcen mobilisiert werden können. Sie kritisierten beispielsweise die unterschiedlichen Regeln im Minibereich in den einzelnen Bezirken und wünschen sich dort einheitliche Vorgaben. Weiter würden sie sich über einen regelmäßigen Austausch der Jugendtrainer freuen, um Probleme und Neuerungen zeitnah diskutieren zu können. Regelmäßige regionale Nachwuchstage und Trainerlehrgänge würden laut Jan und Pascal ebenfalls helfen, um dieser Problematik vorzubeugen. Ihr Wunsch an den NBV wäre, dass der Verband noch stärker als Vermittler auftritt und den Austausch unter den Verantwortlichen anschiebt. Insgesamt sind beide aber mit der Entwicklung der Sportart sehr zufrieden und danken dem NBV für die Unterstützung.

 

Auch der Verantwortliche der Kinder+Sport Basketball Academy, die Basketballlegende Henning Harnisch, lobte den Standort Göttingen und sprach von einer gelungenen Veranstaltung an einem traditionsreichen Ort. Er berichtete in unserem Gespräch vom Erfolg der Academy und erzählte, wie sehr sich die Kinder für die verschiedenen Level und Stationen begeistern würden. Der Aufstieg bis hin zum Allstarlevel und dem begehrten schwarzen Trikot sei für die Kinder eine tolle Belohnung, so Harnisch. Die breite Masse solle mit solchen Events angesprochen und für den Sport begeistert werden und so den Basketballsport in Deutschland weiter fördern, wünscht sich der ehemalige Nationalspieler. Bundestrainer Henrik Rödl freute sich über die Austragung in der Lokhalle und lobte Harnisch und die Academy. Sie ist seiner Meinung nach ein geeignetes Tool, um Werbung für Basketball machen zu können und den Kindern in lockerer Umgebung neben dem Spaß am Sport und an der Bewegung gleichzeitig auch die Skills beizubringen.

 

Ein Göttinger Junge beim NBBL Allstar Game

Ein junger Sportler, der an der Kinder+Sport Basketball Academy hätte teilnehmen können, ist Nicholas Schultz. Er hat es aber auch ohne die Unterstützung der Academy geschafft und ist ein NBBL Allstar geworden. Der 18-jährige spielt für die BG Göttingen Juniors und ist gewissermaßen der Local Hero der Veranstaltung. Der gebürtige Göttinger spielt seit der U10 Basketball in den Göttinger Vereinen, geht aktuell noch zur Schule und trainiert viermal in der Woche. Er lobt seine Trainer, die ihm im Verein viel beibringen und sich die Zeit für ihn nehmen. Niko könnte mit viel Fleiß und Engagement vielleicht einmal den Weg von Joshiko Saibou gehen. Der Point Guard von ALBA Berlin sagt im Gespräch mit uns, dass er den Basketball in Deutschland auf einem guten Wege der Entwicklung sieht und dass ein Event wie der Allstar Day eine tolle Gelegenheit sei, um neue Mitglieder für die Basketballvereine zu finden. Ein niedersächsisches Talent, dass seine Anfänge ebenfalls in Niedersachsen gemacht hat ist Isaiah Hartenstein. Isaiahs Vater, der ehemalige BBL-Profi und Trainer Florian Hartenstein sprach mit uns über seinen Sohn und dessen Entwicklung im NBV. Für meinen Sohn war es genau das Richtige, die Basketballkarriere in Niedersachsen zu starten, sagte sein Vater. Er selbst habe die hohe Qualität der Ausbildung hier sehr positiv aufgenommen. Das NBBL Allstar Game sei dabei auch eine gute Gelegenheit, die hohen Leistungen der jungen Basketballer Niedersachsens und Deutschlands zu sondieren. Isaiah hat sich durch alle Altersklassen in Niedersachsen erfolgreich durchgespielt und ist nun dabei Weg die NBA zu erobern. Wenn man wie Isaiah im Durchschnitt 4-5 Stunden pro Tag trainiert, Talent gepaart mit Ehrgeiz und Fleiß mitbringt könne man es in die NBA schaffen, so Hartenstein Senior mit einem stolzen Lächeln. Natürlich gehöre aber auch dazu, dass auf das für viele Kinder in den Jugendjahren übliche Feiern und Weggehen und die vielen weiteren Hobbies verzichtet wird und man sich vollkommen auf Basketball konzentriert, wie er weiter ausführte. Ob dies zusammen mit dem Papa schon in den sehr jungen Jahren geschah wollten wir zum Schluss des Interviews noch wissen? Ganz sicher, beendet der über 2m große Hüne lachend das Gespräch.

 

 Die Aussagen Saibous und Hartensteins wurden auch von Michael Stockton bestätigt. Der Aufbauspieler der BG genoss die „tolle Atmosphäre“ in der Lokhalle und freute sich über ein gelungenes Event für die „Basketballstadt“ Göttingen. Auch er zeigt sich, in seinem insgesamt fünften Jahr in Deutschland spielend, begeistert von der Bundesliga und ihrer voranschreitenden Professionalisierung.

 

Geschäftsführer lobt Göttingen und Niedersachsen

Dr. Stefan Holz, Geschäftsführer der easyCredit BBL, erläuterte uns in einem kurzen Interview die Modalitäten der Vergabe des Allstar Days. Er zeigte sich begeistert, dass ein so traditionsreicher Standort die Eigeninitiative übernahm und sich bei der BBL auf die Ausschreibung bewarb. Er lobte die professionelle Umsetzung der Vorgaben durch das Team um BG Geschäftsführer Frank Meinertshagen und freute sich über die gute Stimmung und die vielen Fans in der Halle. Eine solche Veranstaltung sei eine gute Belohnung auf für das Bundesland Niedersachsen, in dem sich der Basketballsport prächtig entwickele, so Holz. Zum Abschluss sprachen wir noch mit Wilbert Olinde Jr. Die Göttinger Basketballlegende war in den späten 70er Jahren einer der ersten farbigen Ausländer in der Basketball Bundesliga, wurde schnell zum Star in Göttingen, deutscher Staatsbürger und lebt heute in Hamburg. Er freute sich, wie alle Beteiligten, über die gelungene Veranstaltung und schwelgte in Erinnerungen über seine Anfänge in Deutschland, als der Basketballsport noch in seinen Kinderschuhen steckte, und zeigte sich begeistert über die rasante Entwicklung und Professionalisierung des Sports in Niedersachsen und in der Bundesrepublik. Im Vergleich zu seiner aktiven Zeit waren etwa Göttingen und Wolfenbüttel bekannte Adressen für das Spiel mit dem orangenen Leder, heute sind weitere hochkarätige Standorte wie Oldenburg oder Braunschweig hinzugekommen. Und wie schon Florian Hartenstein ist er unfassbar stolz auf seinen Sohn Louis, der im Kader von Brose Bamberg steht, und er bewundert dessen Ehrgeiz und die Bereitschaft, auf viele Annehmlichkeiten zugunsten der Profikarriere zu verzichten. Das sei für ihn das Rezept, um als junger Mann erfolgreich zu sein. Spaß dürfe aber nicht zu kurz kommen. Diesen Spaß hatten beim Allstar Day definitiv alle Besucher und Teilnehmer. Ein tolles Event für Göttingen und eine ausdrucksstarke Botschaft für den Basketball in Niedersachsen.

 

Text: Florian Zweigle und Moritz van Nieuwland


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