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20.9.2017

3. Sitzung der Projektgruppe 1/4

Am Samstag 09.09.2017 fand von 10.00 Uhr bis 14.00, erneut unter der Moderation von Marco Lutz (Landessportbund) und unter der Überschrift „Radikal Denken“, die dritte Sitzung der aus dem Verbandsentwicklungsprojekt NBV2020 hervorgegangenen Projektgruppe 1/4 statt.

Die aus zwei früheren Projektgruppen zusammengelegte Gruppe befasst sich, mit einer Prüfung und etwaigen Verbesserung/Veränderung der bestehenden Regionalstrukturen sowie mit den Punkten Service, Dienstleistung, Kommunikation, Information und Außendarstellung.

 

Zu Beginn der Sitzung gab es eine kurze Vorstellungsrunde, da seit dem letzten Treffen der Projektgruppe diese personell sowohl aus Niedersachsen als auch Bremen weiteren Zuwachs verzeichnen konnte. Erfreulicherweise ist es durch die Berichte der Gruppe, die Online-Umfrage und den regen Erfahrungsaustausch über den Verbandsentwicklungsprozess innerhalb des Verbandes und seiner Gliederungen offenbar gelungen weitere motivierte Mitstreiter zu gewinnen, die zusätzliche Impulse in die Gruppe bringen.

 

Im Anschluss an die Vorstellungsrunde gab es - wie üblich - zunächst ein Update der Anwesenden, was es so „Neues“ beim DBB, NBV und den Gliederungen gebe.

 

Marco Lutz begann und berichtete, dass der Basketballverband in Hessen kürzlich nach dem Beispiel NBV2020 seinen eigenen Verbandsfortentwicklungsprozess gestartet habe und schilderte kurz einige Parallelen aber auch Unterschiede.

 

Wolfgang Thom berichtete von einer vom DBB den Verbänden für die Zukunft zur Mitgliederverwaltung vorgeschriebenen Software, zu der es im Oktober/November eine Schulung geben soll und welche ab dem Jahr 2018 nach den Vorstellungen des DBB zur Lizenzpflege genutzt werden soll. Angeblich will zunächst der DBB die notwendigen Anschaffungskosten übernehmen. Nutzen und Folgekosten sind aber derzeit noch gar nicht absehbar, weshalb er diesen Vorstoß des DBB derzeit kritisch sehe. Ferner berichtete er vom DBB-Bundestag, insbesondere der dort verabschiedeten neuen DBB-Schiedsrichterordnung sowie einigen Problemen in der TeamSL-Software, die mit der neuen Saison vor allem in einigen Jugendstaffeln aufgetreten sind.

 

Horst Maron und Jan-Martin Hinck berichteten über die allgemeine Verwirrung und die Probleme in den Gliederungen, vor allem bei den Schiedsrichtern über die erst Ende August veröffentlichten Regeländerungen der FIBA zum 01.10.2017, die der DBB allerdings quasi per Rund-E-Mail bereits zu sofort eingeführt hat. Leider hat diese E-Mail, welche auch Verweisungen auf Video- und Schulungsmaterial zu den neuen Regeln enthielt, deutschlandweit gar nicht alle Schiedsrichter und Vereinsverantwortliche erreicht hat, z.B. weil in TeamSL nicht jede E-Mail-Adresse von Vereinsverantwortlichen ständig aktuell gehalten wird oder in Gegenden mit Vereinsschiedsrichteransetzungen, wie im Unterbezirk Osnabrück, die Schiedsrichter zwar in TeamSL angelegt sind, aber nicht alle mit E-Mail-Adressen hinterlegt sind.

 

Heike Pförtsch berichtete von einem gemeinsamen Projekt mit den Bundesligisten im Bezirk Braunschweig. Danach sollen die dort im Bezirk tätigen Schiedsrichter zur Anerkennung ihres Engagements eine spezielle Karte erhalten, die ihnen einen kostenlosen Eintritt zu Basketballbundesligaspielen der am Projekt teilnehmenden Vereine ermöglicht.

 

Ferner wurde berichtet, dass der Bezirk Hannover kürzlich seinen „Jugendtag“, so wie er bisher stattfand, abgeschafft hat. In diesem Zusammenhang kam das Gespräch auch auf den Jugendausschuss des NBV als Nachfolgegremium des früheren NBV-Jugendtages. Der Ausschuss ist trotz Einführung und Wahl von Delegierten bisher nicht wirklich mit Leben gefüllt worden. Da besteht dringender Nachholbedarf.

 

Nach der „News“-Einheit fasste Dennis Rokitta für die Anwesenden die Ergebnisse der nach der letzten Sitzung unentgeltlich durch ein Meinungsforschungsunternehmen durchgeführten Online-Umfrage zusammen und diese wurden gemeinsam erörtert.

 

An die Ergebnisse anknüpfend führte Marco Lutz nach einer kurzen Sitzungspause die Anwesenden wieder auf die Zielsetzung der Projektgruppe zurück. Man sei nun in der dritten Sitzung, habe vieles bereits andiskutiert und die Umfrageergebnisse. Allmählich müsse mal erarbeitet werden, wo man in einzelnen Bereichen und Fragen eigentlich hin will, wie zukünftig die Strukturen im Niedersächsischen Basketball aussehen könnten. Gesamtzielsetzung ist, den Basketballsport in Niedersachsen und die diesen Sport betreibenden Vereine voranzubringen. Die Vereine sollen für ihre Beiträge mehr Service bekommen. Aktiven Ehrenamtlichen soll die Tätigkeit erleichtert werden, zusätzliche Ehrenamtliche nach Möglichkeit gefunden werden. Zugleich sollen Funktionen bzw. Ämter, die gar nicht gelebt werden überdacht bzw. durch ein effektiveres Konzept ersetzt werden.

 

Marco Lutz betonte, dass diese Zielsetzung so langsam eine Struktur bekommen müsse und erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal an das Thema der Sitzung „Radikal Denken“. Entsprechend entwickelt sich anschließend eine lebhafte Diskussion.

 

Weitgehend Einigkeit bestand, dass die Vereine Service vor allem mit der Organisation des Spielbetriebes durch den NBV und seine Gliederungen gleichsetzen. Dies zeigen auch die Ergebnisse der Onlinebefragung. Bekanntermaßen Probleme haben gerade die außerhalb der Ballungszentren ansässigen Vereine wegen der weiten Fahrtstrecken. Diskutiert wurde darüber, ob ein Spielbetrieb losgelöst von den bisherigen Bezirksgrenzen diese Probleme wirklich lindern würde. Ein Ansatz wäre, dass man alle niedersachsenweiten Meldungen einer Altersklasse und eines Leistungslevels auf eine Landkarte setze und dann nach örtlichen Nähen Ligen zusammenstelle, die dann wie bisher von den ehrenamtlichen und ortsnahen Sportwarten und Staffelleitern betreut werden. Inwieweit sich dieses Vorgehen letztlich aber tatsächlich im Hinblick auf Reisezeiten und Reisekosten der Vereine günstiger darstellen würde, soll für die nächste Sitzung ermittelt werden. Insofern soll einmal simuliert werden, welche Änderungen es gäbe, würde man das angedachte System mit den diesjährigen niedersachsenweiten Meldeergebnissen anwenden. Dankenswerter Weise wollen Wolfgang Thom und Carsten Brokelmann diese Simulation zeitnah gegebenenfalls mit Unterstützung der Geschäftsstelle einmal versuchen zu erarbeiten.

 

Intensiv diskutiert wurde neben dem Spielbetrieb die Frage, ob es zukünftig noch einer Untergliederung des NBV in Bezirken oder Unterbezirken bedarf. Bereits die ersten Regionalkonferenzen zu Beginn des NBV-2020-Projektes hatten ergeben, dass die Bezirksstrukturen von vielen Vereinen und Funktionären als veraltet bzw. unflexibel angesehen werden, für manche Funktionen bzw. Ämter Ehrenamtliche fehlen oder auch schlicht notwendiges Fachwissen oder Unterstützung fehlt. Andererseits ist die regionale Nähe vieler Funktionsträger aufgrund der dadurch oft vorhanden persönlichen Beziehungen ein Vorteil, den man nicht unbedingt aufgeben möchte.

 

Man könnte deshalb bezüglich der derzeitigen Gliederungen sinnvolle Grenz- oder Organisationsveränderungen prüfen oder gar über noch mehr Untergliederungen (Regionen) nachdenken. Der Gegenansatz wäre hingegen ein schrittweises oder vollständiges Auflösen der Untergliederungen.

 

Letztlich gilt es bei all diesen Ansätzen zu beachten, wie zukünftig Mitbestimmung der Mitglieder/Vereine im NBV aussehen soll und dass wichtige Funktionsträger erhalten bleiben.

 

Bei Untergliederung in Bezirken oder Regionen könnten weiterhin Delegierte zum Verbandstag entsandt werden und letzterer könne mit überschaubarerem personellem Rahmen geplant werden. Bei einer stufenweisen oder vollständigen Aufgabe der Gliederungen könnte den Vereinen gar ein Direktmandat auf dem Verbandstag evlt. im Hinblick auf die Stimmen abhängig von der Mitgliederstärke eingeräumt werden. Wie intensiv sich die Vereine aber tatsächlich beteiligen würden, ist schwierig zu prognostizieren, weshalb der Verbandstag dann deutlich attraktiver gestaltet werden müsse. Selbst bei einer Auflösung der Gliederungen müssten den Vereinen Ansprechpartner/Netzwerker vor Ort bleiben. Beispielsweise könnten die bisherigen Funktionsträger weiter als regionale Beauftragte der Ressortleiter eingebunden werden. In jedem Fall müssten die Ressortleiter in den Ressorts wie Schiedsrichterwesen, Trainerwesen, Jugend usw. klarere Konzepte erarbeiten. Diese Konzepte müssten ausgearbeitet und umsetzbar sein, zudem müssten Vereine und Bezirke frühzeitig über beabsichtigte Strukturänderungen informiert werden, bevor Strukturänderungen auf einem Verbandstag abgestimmt werden können. Informationen sollten optimaler Weise auf extra Informationsveranstaltungen, evtl. vergleichbar zu den Regionalkonferenzen zu Projektbeginn vermittelt werden und nicht lediglich auf Bezirks- oder Verbandstag. Jedem muss klar sein, worüber er abstimmt und welche Ideen dahinter stehen.

 

Die Gruppe einigte sich nach längerer Diskussion darauf, dass es keinen Sinn mache, aufwendig ein Konzept auszuarbeiten, welches durchaus auch die Idee einer schrittweisen oder vollständigen Auflösung der Gliederungen enthalten könnte, wenn nicht die Bezirke von Anfang an in die Ausarbeitung mit einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund soll mit den Bezirksvorständen in der nächsten Präsidiumssitzung abgestimmt werden, inwiefern die Projektgruppe auch über eine etwaige Auflösung der Gliederungen bzw. Ersetzung der bisherigen Bezirksstrukturen weiter nachdenken kann und soll.

 

Ferner sollen zu den folgenden Sitzungen Funktionsträger anderer Sportverbände eingeladen werden, die ihre regionalen Organisationsmodelle und ihre Erfahrungen mit diesen, insbesondere im Hinblick auf Spielbetrieb und verbandsinterne Mitbestimmung vorstellen können. So wird voraussichtlich bei der nächsten Sitzung am 25.11.2017 der Geschäftsführer des Nds. Volleyballverbandes als Gast teilnehmen und das Modell des Volleyballverbandes vorstellen.

 

Wer durch den Bericht neugierig geworden ist oder Interesse daran hat, an der Fortentwicklung der Strukturen des Basketballsports in Niedersachsen aktiv mitzuwirken, darf gerne zur Projektgruppe noch hinzustoßen.


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