NBV-Förderlehrgänge am 5./6. Juli 2008 in Mellendorf
Es war ein sonniger Samstagvormittag im Großraum Hannover, an dem sich etwa 45 Schiedsrichter unterschiedlicher Couleur im Gymnasium Mellendorf einfanden, um an dem bevorstehenden Wochenende an den beiden NBV-SR-Förderlehrgängen teilzunehmen.
Das Teilnehmerfeld war so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann. Das Alter reichte von 15 bis 35 Jahren und entsprechend auch die Erfahrungen als SR. Vom Rookie bis zum 2. RL Schiedsrichter war alles vertreten. Nach den großen Erfolgen der vorigen Lehrgänge waren die Erwartungen hoch und – das kann man schon jetzt sagen – sie wurden nicht enttäuscht. Und das Konzept scheint zu funktionieren, denn es waren wirklich viele Wiederholungstäter unter den Teilnehmern.
Zu Beginn der beiden Lehrgänge ging es vorab in den Theorieraum, den wir im Laufe des Wochenendes zum Glück nicht zu sehr strapazieren mussten, da es sich um einen fensterlosen Hörsaal / Filmraum handelte… Die obligatorische „Was erwarten wir und wer sind wir eigentlich“ - Runde war natürlich auch diesmal mit dabei.
Wegen der genannten Unterschiede unter den Teilnehmern wurde zwei Lehrgangsgruppen ermittelt, die zwar die gleichen Inhalte hörten, diese aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Und dann ging’s los.
DBB-Regelpapst Norbert Esser, der eigens für die Lehrgänge angereist war, hielt einige Referate u.a. zu den Themen Konfliktmanagement und neue Regeln. Überraschenderweise ließ sich dort auch der allseits beliebte Regeltest einbauen, auf den sich schon alle Teilnehmer gefreut hatten.
Der Hauptbestandteil der Lehrgänge spielte sich aber in der Halle ab. Bei der Einheit „Gemany’s Next Top-Referee“ mussten sich alle Teilnehmer in vollständiger Arbeitsbekleidung an der Seitenauslinie aufstellen, um sich dann von Jessi Lob und Tadel zu ihrem Erscheinungsbild abzuholen. Sehr interessant, was da zum Vorschein kam, und irgendwie merkwürdig, dass die einzige weibliche Referentin diese Einheit durchgeführt hat… Im Anschluss ging es dann ans Pfeifen. Dies scheint erstmal wenig überraschend, aber diese Aussage war durchaus wörtlich zu verstehen. Wir sollten pfeifen und dabei mal ein Offensiv- mal ein Defensivfoul anzeigen. Mehr nicht. Klingt einfach, ist es aber – gemessen an der Anzahl der Durchgänge – nicht. Zum Ende des letzten Durchgangs konnte zwar keiner mehr etwas hören (viele hundert Pfiffe in kurzer Abfolge können echt anstrengend sein), aber dafür wussten die Teilnehmer jetzt, wie sie zu pfeifen haben und wie die Handzeichen und Körperspannung bei einem Pfiff zu sein haben.
Als die Basics klar waren, ging es mit „Germany’s Next Top-Referee“ weiter: Foulpfiff mit anschließender Anzeige am Kampfgericht. Aber nicht einfach so. Der Anschreiber entpuppte sich als Kamera und alle durften sich auf filmen lassen, wie sie ihrer Arbeit nachgehen. Die Idee dazu kam von den Teilnehmern der letzten Förderlehrgänge (Danke!), die in ihren Feedbacks auch den Einsatz von Videoanalyse gefordert hatten. Damit aber nicht genug des High-Tech-Einsatzes. Beim praktischen Pfeifen (diesmal auch mit Spiel) kamen Headsets zum Einsatz, die es den Referenten ermöglichten, die Probanden direkt während des laufenden Spiels mit Coaching-Anweisungen zu versorgen. Dies kam bei denjenigen, die es ausprobieren konnten, sehr gut an. Aber auch die anderen bekamen ihr Feedback, welches wie immer sehr hilfreich war.
Der Samstagabend war dann, wie üblich, der Gemeinschaftsabend, mit Essen, Trinken und viel Spaß. Unsere Unterkunft war ein Hotel, das wir quasi für uns allein hatten. Die Betreiber waren sehr bemüht, uns jeden Wunsch zu erfüllen, und das ist auch sehr gut gelungen. Nach dem Essen ging es noch mal zu einer Tagesabschlussrunde. Ruchti nutzte diese Gelegenheit, einige Lehrgangsteilnehmer für ihre sehr guten Leistungen, sowohl als aktiver Schiedsrichter, als auch „Fleißiges Bienchen“ im Hintergrund, zu loben und als Dankeschön mit einem Ball und ein paar persönlichen Worten zu versehen. Zu den Geehrten zählen Dennis Sirowi, Uwe Diekmann, Maher Safwan sowie Stefan Linde. Aber auch die Null-Fehler-Leute des Regeltests vom Vormittag blieben nicht unerwähnt.
Nach einer abschließenden Pre-Game-Conference zwischen Frowine und Jessi, die in Realimprovisation gestaltet wurde (großes Lob; in der Tat sehr authentisch), wurde der Lehrgangstag für beendet erklärt und die weitere Gestaltung den Teilnehmern selbst überlassen. Die Details der Gestaltung ließen sich dann bei Einigen beim Morgenlauf erschließen, aber das gehört nun mal dazu.
Auch in der vierten Version der NBV-SR-Förderlehrgänge ist den Organisatoren um Mathias Rucht wieder eine hervorragende Veranstaltung gelungen, die allen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht hat und bei der auch jeder etwas dazulernen konnte.
Vielen Dank auch an die Referenten Jessica „Jessi“ Pesch, Frowine Gätjen, Rudi Steinkamp, Hans-Walter „Hansa“ Heidorn sowie Norbert Esser. Und last, but not least, Birger Meine, der zwar kaum in Erscheinung trat, aber mit der Vor-Ort-Organisation inkl. Hotelauswahl sehr gute Rahmenbedingungen geschaffen hatte.
Ich bin mir sicher, alle Schiedsrichter des NBVs freuen sich bereits auf die nächsten Förderlehrgänge.
Stefan Linde




