Fortbildung in Westerstede am 06./07.01.2007
Da steht Herr Rucht auf einmal vor uns. Er ist in Wirklichkeit viel größer als er von einem Hallenplatz oder auch im Fernsehen wirkt. Und ab sofort heißt er Ruchti, was besonders den Lehrgangsteilnehmern des NBV-Schiedsrichter-Lehrganges, die ihn noch nicht persönlich kannten, einen noch besseren Einstieg für die bevorstehenden 2 Tage ermöglicht.
Die Crew aus Referenten und Schiedsrichterpaten ist der richtige Mix, um alle angereisten Fortbildungssuchenden in ihren Lernbestrebungen auf freundliche und professionelle Art zu unterstützen. Das Ambiente der Sportschule mit guten Unterbringungs- und Lehrgangsräumlichkeiten verstärkt den Eindruck, Teilnehmer einer besonderen Veranstaltung zu sein.
An die 40 Teilnehmer machen sich daran, den Inhalt einer Idee aus dem Jahr 1891 zu erkennen, zu verstehen und ihr eigenes Verhalten beim Leiten von Basketballspielen besser selbst reflektieren zu können. Die Idee des Basketballsports. Wer ist eigentlich James Naismith? Was ist eigentlich das Ziel des Spiels? Warum gibt es Regeln? Nach der Auffrischung/Klärung dieser grundsätzlichen Fragen folgen viele weitere interessante Referate, die immer neue Perspektiven und Blickwinkel mit sich bringen.
Als bestes Beispiel für einen neuen Blickwinkel kann wohl die Einheit von Stefan Gerken und Ralph Umlandt genannt werden. Stefan stellt typische Spielsituationen auf dem Feld nach und schildert mögliche Verlaufsformen aus Sicht und mit der Erfahrung eines A-Lizenz Trainers. Er lenkt das Augenmerk dabei besonders auf die „Kleinigkeiten“, die nicht gepfiffen werden und in der direkten Folge einen Pfiff gegen die eigene Mannschaft mit sich bringen können. Die Situationen werden unter den Teilnehmern besprochen und von Ralph Umlandt abschließend aus seiner Sicht kommentiert.
In einer weiteren Lehrgangseinheit ist die schauspielerische Leistung des Referenten Hans-Jürgen Nilson gefragt. In einem Testspiel ist er in verschiedenen Weisen als Trainer aktiv. Vom Wegtreten von Papierkörben, das ständige Belagern des Kampfgerichtes, das in dieser Einheit von Rudi Steinkamp mehr als glaubwürdig (dar)gestellt wird, über das lautstarke Kommentieren eines jeden Pfiffs, bis zum freundlichen Einschmeicheln bei einem der zwei Schiedsrichter war alles dabei, auf das die Lehrgangsteilnehmer reagieren sollen.
Unter völlig neuen Gesichtspunkten betrachtet der Kurs ein Regionalliga-Spiel in Oldenburg, das von zwei Lehrgangsteilnehmern geleitet wird. Nicht die Spieler werden dabei einer besonderen Beobachtung unterzogen, sondern die Schiedsrichter. Wie sind die Laufwege, wo stehen sie mit welchen Blickrichtungen bei Foulpfiffen? Wie kommunizieren sie untereinander, mit den Spielern und Trainern und dem Kampfgericht? Wie ist eigentlich das Spiel ausgegangen? Eine Auswertung der Beobachtungen erfolgt beim gemeinsamen Abendessen.
Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die oben erwähnten Punkte nur der geringste Teil der zahlreichen Einheiten waren. Das zu Beginn der Veranstaltung versprochene Buffet, an dem sich jeder das gewünschte Wissen nehmen konnte, war reichhaltig gedeckt. Ich denke im Namen aller zu sprechen, wenn wir ich mich nochmals bei allen Referenten und den Schiedsrichter-Paten für die Organisation und Durchführung bedanke. Es bleibt zu hoffen, dass solche Fördermaßnahmen weiter auf solch hohem Niveau in professioneller aber unterhaltsamer Weise stattfinden werden.
Sascha Bove



